Maklerprovision beim Verkauf: Neuregelung 2020

Auch 2020 steht nun eine Gesetzesänderung an, die sich wie folgt äußern wird:

„Gesetzesentwurf über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“

Mitte September 2019 wurde der entsprechende Referentenentwurf dem Bundesjustizministerium vorgelegt. Verlangt wurde ursprünglich, dass der Käufer keine Provision mehr zahlen soll und das die Courtage im Gesamten gedeckelt ist.

Daraufhin hat das Bundeskabinett Anfang Oktober einen Gesetzesentwurf beschlossen. Da die Festlegung der Maklerprovision bis heute je nach Bundesland unterschiedlich gehandhabt wurde, soll mit diesem Gesetz eine bundesweit einheitliche Regelung entstehen. Zum derzeitigen Stand des Gesetzesentwurfs wird dieser neuen Regelung eine halbjährige Übergangsfrist eingeräumt.

Diese Regelungen sehen wie folgt aus:

  • Maklerverträge für Wohnungen oder Einfamilienhäuser tragen nur noch in Textform Wirksamkeit (z.B. E-Mail), ein „Maklervertrag“ per Handschlag gilt dementsprechend nicht mehr.
  • Hat ein Käufer den Makler beauftragt, kann der Käufer trotz der Beauftragung bei einem Kauf nur mit der Hälfte der Provision belastet werden.
  • Generell gilt, dass der Auftraggeber, welcher die Entscheidung getroffen hat, den Makler einzuschalten, die Maklergebühr zahlen muss. Jedoch können Vereinbarungen getroffen werden, dass die Provision anteilsmäßig vom Käufer übernommen wird. Dieser Anteil darf jedoch nur maximal 50 % der Provision darstellen. Demzufolge übernimmt der Verkäufer bei Beauftragung eines Maklers, nach aktuellem Stand des Gesetzentwurfs, mindestens 50% der anfallenden Maklerkosten.
  • Hat der Makler Maklerverträge mit Käufer und Verkäufer unabhängig voneinander geschlossen, das heißt ist er Interessenvertreter beider Seiten, kann er die Provision beiden Seiten nur zu gleichen Teilen anlasten.

Da die grundlegenden Rahmenbedingungen bereits zu einer Einigung gefunden haben, kann davon ausgegangen werden, dass dieser Entwurf unbeschadet durch das parlamentarische Verfahren kommt. Voraussichtlich wird diese Neuregelung Mitte 2020 mit einer Übergangsregelung in Kraft treten.

Kurzum bedeutet das, dass der Makler stets auch mit dem Verkäufer eine Provision vereinbaren muss.
Zahlt der Verkäufer, der den Makler mit dem Verkauf beauftragt hat keine Provision, darf der Makler auch vom Käufer keine Provision verlangen.

Einen Kommentar hinterlassen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu posten. Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.